Für den Start: ein Setup aus kostenlosen Monitoring-Tools

Im Grunde wissen die meisten Unternehmen, dass ein Monitoring ihrer Präsenzen im Social Web ein Muss und keine Option ist. Wie soll man auch sonst überprüfen, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden, wie die Botschaften bei der Zielgruppe ankommen und wie sich die Kanäle entwickeln. Geht es um das Thema Monitoring, so denken viele aber direkt an große, kostenintensive Monitoring-Tools und kommen schnell zu dem Schluss: Das ist für uns zu teuer. Dabei können gerade kleinere Unternehmen erst einmal mit kostenlosen Tools starten. Wie so ein Tool-Setup aussehen könnte, darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Roland Fiege hat es im Interview mit dem pr-Blogger auf den Punkt gebracht:

„Eine Social Media Strategie ohne Monitoring ist wie Autofahren durch den Rückspiegel. Man bemerkt die kritischen Themen erst, wenn sie sich hochgeschaukelt haben oder wenn es zu spät ist.“

Halten wir also fest: Das Fahren ohne Rückspiegel ist keine Option.

Screenshot aus dem Tool Twentyfeet

Ein anderer Punkt, der auch immer wieder vernachlässigt wird, lautet: Monitoring besteht nicht nur aus Zahlen, sondern Monitoring ist ein Prozess. Was ich damit meine? Sie sammeln Daten, werten diese aus, führen Analysen durch und erstellen einen Bericht. An dieser Stelle steigen leider viele Unternehmen aus, obwohl es jetzt erst so richtig spannend wird. Haben Sie Ihre Ziele erreicht? Wie wird Ihr Unternehmen wahrgenommen? Welche Anregungen können Sie womöglich in den Produktionsprozess einfließen lassen? Alle diese Fragen haben eines gemeinsam: Unternehmen müssen mit den Zahlen arbeiten, Entscheidungen treffen und Stellschrauben drehen, sonst haben sie zwar in regelmäßigen Abständen einen Monitoring-Report, aber die Erkenntnisse fließen nicht zurück in die Firma. Aber das nur am Rande.

Zurück zum Tool-Setup. Kostenlose Monitoring-Tools gibt es wie Sand am Meer. Die Schwierigkeit besteht nicht darin, diese zu finden, sondern eines auszuwählen. Man verliert schnell den Überblick. Im Endeffekt müssen Sie, bevor Sie sich ein solches Setup zusammenstellen, festlegen, welche Ziele Sie mit Ihren Social-Media-Präsenzen erreichen wollen und welche Messgrößen dafür infrage kommen. Dann erst sollte die Auswahl des Tools erfolgen.

Facebook

  • Facebook Insights liefert zu jeder Fanseite allerhand Auswertungen, unter anderem über die Anzahl der Fans, die Reichweite, Herkunft, Alter und Geschlecht der Fans, Seitenaufrufe und Interaktion.
  • Sollen einmal mehrere (bis zu drei) Seiten miteinander verglichen werden, so eignet sich das Facebook Page Tracking von allfacebook bestens. Hier werden die Fanseiten anhand der Fanveränderung, der Interaktionsrate und der Seitenaufrufe miteinander verglichen.
  • Ein weiteres kostenloses Tool nennt sich EdgeKick. Hier können Sie herausfinden, welche Art von Posts in den vergangenen 90 Tagen abgesetzt und welche Themen behandelt wurde. Die Beiträge mit der höchsten Interaktion werden aufgelistet. Der Anbieter selbst beschreibt das Tool als Performance-Monitoring-Tool.
  • Geht es darum, die öffentlichen Posts auf Facebook zu durchsuchen, dann sind quirk.li oder kurrently eine gute Wahl.

Twitter

  • Die eigene Suche von Twitter wird immer wieder gerne vergessen. Dabei hat man bei der erweiterten Suche die Möglichkeit, viele nützliche Sucheinstellungen festzulegen.
  • Um die Entwicklung des Twitter-Accounts im Blick zu behalten, eignet sich Twentyfeet sehr gut. Wenn Sie hier einen Facebook- und einen Twitter-Account beobachten wollen, ist der Dienst kostenlos.
  • SocialBro ist inzwischen eines meiner Lieblingstools, was das Analysieren von Twitter anbelangt. Es handelt sich hierbei um eine Applikation für den Chrome-Browser. Neben einer Auswertung der Followeranzahl und einem Hashtag-Monitoring können Sie dort unter anderem herausfinden, zu welcher Zeit Ihre Tweets am häufigsten gelesen werden und wer Ihre Influencer sind.
  • Geht es darum, die Reichweite des eigenen oder eines anderen Accounts einschätzen zu können, dann kann tweetreach helfen.
  • Wollen Sie herausfinden, an welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit ein Account twittert und wann die Interaktionsrate am höchsten ist, dann kann xefer helfen.
  • Mit welchen anderen Twitteratis stehe ich in engem Kontakt und mit welchen Themen (Hashtags) beschäftige ich mich? Diese Frage kann mentionmapp ganz gut beantworten.

Google+

  • Google+ ist nur bei wenigen Unternehmen im Einsatz. Aber allen, die ihre Follower-/Circle-Entwicklung im Blick behalten wollen, sei circlecount empfohlen.
  • Wenn Sie erfahren wollen, wie oft ein Link auf Google+ geteilt wurde, dann kann Google+ ripples Ihnen weiterhelfen.

Blogs

  • Mit Google Analytics können Sie sich einen Überblick darüber verschaffen, wie oft ihre Seite besucht wird und von wem sowie welche Themen stark nachgefragt.
  • Mithilfe von Twingly können Sie die Blogosphäre durchsuchen. Suchbegriffe können Themen aber auch Marken- oder Unternehmensnamen sein.
  • Eine weitere Blog-Suchmaschine ist Icerocket.
  • Rivva ist zwar keine Blog-Suchmaschine, aber ein News-Aggregator. Hier können Sie die Beiträge nach Keywords filtern.

Social Web

Das Social Web auf Unternehmens-, Marken- und Produktnennungen zu durchsuchen und dabei halbwegs ordentliche Ergebnisse zu erzielen, ist mit einem kostenlosen Tool-Setup sehr schwierig. Ich würde daher den gleichzeitigen Einsatz von diesen Tools empfehlen:

  • Bei Google Alerts können Suchabfragen hinterlegen und anschließend via RSS-Feed in den Reader oder direkt als E-Mail abonniert werden.
  • Mention ist eine App für den Chrome Browser. Hier können Abfragen zu Keywords hinterlegt und sogar für andere Nutzer freigegeben werden.

 

Diese Liste könnte man jetzt noch um ein Vielfaches verlängern. Wenn Sie über die hier angegebenen Tools hinaus noch Bedarf haben, hat Christian Mueller für den Karrierebibel-Blog die besten 99 Twitter-Werkzeuge zusammengetragen. Jan Eggers hat zudem einen lesenswerten Beitrag über seinen eigens gebauten Brand Monitor verfasst. Eine weitere Liste mit vielen, vielen Monitoring-Tools finden Sie hier – zusammengestellt von Wolfgang Gumpelmaier. Ein absoluter Lesetipp in Sachen Social Media Monitoring ist zudem der Blog von Stefanie Assmann.

Zum Abschluss noch ein paar Worte

Man darf nun nicht davon ausgehen, dass ein Setup kostenloser Tools ein professionelles Monitoring ersetzen kann. Dem ist leider nicht so. Ein Problem, das Sie haben, wenn Sie mit einem Mix der oben genannten Tools arbeiten ist: Sie können die gewonnen Daten nicht exportieren. Die Beobachtung von Themen und Kanälen über einen langen Zeitraum hinweg ist kaum und wenn nur sehr eingeschränkt möglich.

Notiz

Im Übrigen bin ich am 9. und 10. November in Hamburg auf dem MonitoringCamp. Hier wird es ein Wochenende lang ausschließlich um das Thema Webmonitoring gehen. Ich bin schon sehr gespannt und werde dieses Tool-Setup auch dort noch einmal vorstellen.

Über Christine Heller

Die Diplom Medienwirtin war bei 3C DIALOG bis März 2013 für die Bereiche Unternehmenskommunikation und Social Media Marketing verantwortlich.
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15 Antworten auf Für den Start: ein Setup aus kostenlosen Monitoring-Tools

  1. gumpelmaier sagt:

    Danke für die Erwähnung meiner Social Media Monitoring Liste!

  2. Sehr gerne! Ist ja auch eine tolle Liste!

  3. Stefan sagt:

    Toller Beitrag! Gelungene Übersicht!

    Kleine Ergänzung:
    Mit quintly kann man drei Facebook-Seiten kostenlos tracken und miteinander vergleichen. http://www.quintly.com/

    Für die Beobachtung verschiedener Quellen eignet sich netvibes meiner Meinung nach auch gut für den Einstieg. http://www.netvibes.com/de

  4. Finde, das ist eine echt tolle Übersicht! Ich könnte noch Virato.de als generellen News-Aggregator empfehlen. Hier kann man auch nach Keywords und Marken suchen sowie eigene Begriffe/Themen anlegen.

  5. Pingback: Von SEO Day und Social-Media-ROI zu kostenlosem Monitoring und einem Social-Media-Gefechtsstand | Online-PR-Praxis

  6. Pingback: Media Monitoring « Good Morning Media Switzerland….

  7. Pingback: Einfach und kostenlos: Social Media Monitoring Tools.

  8. Pingback: Monitoringcamp am 9.-10. November 2012 in Hamburg « markenbildung

  9. Daniel sagt:

    Hallo, auch nett ist der Web-Analyzer. Zwar sind nicht alle Analysen kostenlos, aber mindestens die Web-Analyse. Gruß. Daniel

  10. Pingback: Session auf dem Monitoringcamp: Kostenlose Monitoring-Tools » punktefrau

  11. Pingback: Die Woche in Links (45/12) | gumpelmedia

  12. Mir leistet auch das Chrome Plugin “WatchClient for Twitter” ausgezeichnete Dienste: In Echtzeit kann man bis zu 5 Begriffe überwachen und sieht oben in den Icons laufend die Anzahl von Treffern für einen der 5 Begriffe.

    Wer den Einstieg in ein (kostenpflichtiges) Profi-Tool evaluiert, sollte sich engagor.com ansehen!

  13. Pingback: Social Media Monitoring Tools – Raven, uberVU, Engagor, BrandWatch | eBusiness Blog von Walter Schärer

  14. Mela sagt:

    Hier noch Icerocket zu finden, irritiert mich doch einigermaßen. Nachdem sie den Tracker abgeschaltet haben, kann man Icerocket doch kaum noch als ernsthafte Blogsuchmaschine ansehen.

  15. Pingback: Netz-Fundstücke 02/13 | IHK Onlinemarketing

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